Was ich mit dem Raum mache, der jetzt entsteht
Ich sitze hier und spüre es zwar noch nicht, aber es kommt: Das leere Haus, die Stille, von der alle sprechen, wenn die Kinder ausziehen – ich kann sie schon im Nacken spüren. Ich bin noch nicht zurück zuhause, die Wochen, die meinen Alltag anders werden lassen, beginnen gerade erst, heute, jetzt in diesem Moment ist mein Kind auf dem Weg in seine neue Stadt. Ich bin in Gedanken mit ihm an seinen ersten Tag, das flaue Gefühl ganz allein in einer fremden Stadt anzufangen, mit dieser großen neuen Aufgabe, noch ohne bekannte Gesichter…
Vielleicht ist das ohnehin der ehrlichere Moment, um darüber zu schreiben. Nicht rückblickend, wenn längst schon Routine ist, was gerade noch nach Umbruch aussieht, sondern jetzt, in dieser Zwischenzeit vor der Zwischenzeit. Wenn eine noch gar nicht weiß, wie sich der neue Alltag anfühlen wird, aber schon anfängt, ihn zu gestalten
Denn im Kopf ist schon vieles in Bewegung. Pläne, die sich in den letzten Tagen wie von selbst zusammengesetzt haben. Ideen, neue Projekte.
Aber erst mal: Ordnung schaffen
Ganz oben auf meiner Liste steht Aufräumen. Entrümpeln. Nicht symbolisch gemeint, dabei würde ich mich fühlen, als würde ich meine Kinder wegrümpeln. Nein, ganz praktisch: Schränke, Ecken, Dinge, die sich über Jahre angesammelt haben, während der Alltag keinen Raum für solche Aufgaben ließ. Es fühlt sich richtig an, genau jetzt damit zu beginnen – als würde ich physisch Platz schaffen für das, was noch kommt, bevor ich überhaupt weiß, was das sein wird.
Bewegung, die guttut – und ich dringend brauche
Ich plane außerdem, wieder mehr auf meine Fitness zu achten – ein Programm, das mir Struktur gibt und das ich in den letzten, vollen Jahren zwar immer versucht, aber im Zweifelsfall doch oft hinten angestellt habe. Es geht mir dabei weniger um ein starres Ziel als um das Gefühl, wieder etwas für mich selbst zu tun und das mir hoffentlich das eine oder andere Körperteil danken wird (auch neu: plötzlich Schmerzen in der Hüfte).
Zuhause neu denken
Auch räumlich will ich ein paar Sachen verändern. Ein bisschen was verändern – Ecken im Haus, die ich neu gestalten möchte, jetzt, wo sie sich vielleicht anders nutzen lassen als bisher.
Der Tisch wieder voll
Und dann ist da noch etwas, das mir besonders wichtig ist: Ich möchte wieder öfter einladen. Kochen, für andere, mit anderen, den Tisch voll machen – nicht, weil die Familie kleiner geworden ist, sondern gerade deswegen. Der Platz, der entsteht, muss ja nicht leer bleiben. Er kann auch neuen Menschen, neuen Abenden, neuen Gesprächen Raum geben. Und wenn dann auch die Kinder mal wieder da sind, umso besser.
Unterwegs zu ihnen
Natürlich bleibt die Verbindung zu meinen Kindern das Wichtigste! Ich werde meinen Sohn in seiner neuen Stadt besuchen, mir sein neues Leben dort ansehen und unterstützen, wann immer er es braucht. Gleiches gilt natürlich für meine Tochter, beim Umzug in einer andere Wohnung helfen – ganz praktisch da sein, wie es immer mein Verständnis war.
Das ist also mein Plan für die Wochen, die jetzt beginnen. Kein fertiges Konzept, eher eine Richtung. Ich werde hier berichten, wie viel davon Bestand hat – und was der Platz, der entsteht, am Ende wirklich mit mir macht.