Es fühlt sich manchmal an, als würde der Körper nach einer Darm-OP ganz neu lernen müssen, wie Essen funktioniert. Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch – diese Unsicherheit, was jetzt guttut und was eher belastet. Und gleichzeitig den Wunsch, deinem Körper genau das zu geben, was er jetzt braucht: Wärme, Nährstoffe, Sicherheit.
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Ich kann dir sagen: Du bist nicht allein. Und ja – es wird leichter. Versprochen.
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Ich habe das selbst durchlebt – nach meiner Darmkrebs-Operation war ich monatelang auf der Suche nach Antworten die mir niemand einfach gegeben hat. Was darf ich essen? Was verträgt mein Darm? Was gibt mir Kraft ohne ihn zu überfordern? Heute bin ich Darmgesundheitsberaterin – und
genau deshalb schreibe ich das hier auf.
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Damit du dir nicht durch unzählige Listen kämpfen musst habe ich hier gesammelt: eine Liste mit verträglichen Zutaten, eine Schonzeit-Einkaufsliste, ein sanftes Wochenmenü nach der OP und leichte Rezeptideen die du direkt ausprobieren kannst.
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Wie meine Ernährung nach der Darmkrebs-OP ausgesehen hat und welche 4 Lebensmittel mir am meisten geholfen haben, habe ich hier ausführlich beschrieben: Ernährung nach der Darmkrebs-OP – meine 4 Lebensmittel-Retter
Verträgliche Zutaten die deinem Darm jetzt guttun
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In der ersten Zeit nach der OP liebt dein Darm alles was mild, weich und leicht verdaulich ist.
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Besonders gut verträglich sind Haferflocken weich gekocht, Kartoffeln gedünstet oder als Püree, Karotten gekocht auch als Cremesuppe, Zucchini und Kürbis weich gedünstet, mageres Geflügel gekocht oder gedünstet, weißer Fisch zart und eiweißreich, Bananen mild zur Verdauung, Reis und Reisschleim sehr schonend sowie fein pürierte Suppen und Cremes.
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Das Ziel ist: Entlasten, beruhigen, nähren.
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Die Schonzeit-Einkaufsliste – damit du stressfrei starten kannst
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Gemüse alles geschält und gut gedünstet: Karotten, Zucchini, Kürbis, Fenchel, Pastinaken.
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Obst nur weich und ohne Haut: Banane, Apfel gekocht oder als Mus, Birne gedünstet.
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Eiweißquellen: Hähnchenbrust, Pute, Kabeljau oder Scholle, Eier weich gekocht oder als Rührei.
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Kohlenhydrate: Reis, Kartoffeln, Weißbrot oder Toast, Nudeln aus Hartweizengrieß.
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Fette nur kleine Mengen: Raps- oder Olivenöl, ein kleines Stück Butter für Kartoffeln.
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Getränke: stilles Wasser, Fencheltee, Kamillentee.
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Ein hochwertiger Fencheltee war für mich in den ersten Wochen nach der OP ein täglicher Begleiter – er hat meinen Darm beruhigt und mir das Gefühl gegeben etwas Gutes für meinen Körper zu tun.
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Worauf du bei Vitaminen und Mineralstoffen achten solltest
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Nach einer Darm-OP wird dein Körper schnell empfindlich, weil die Aufnahme von Nährstoffen eingeschränkt sein kann.
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Besonders wichtig sind Vitamin B12 für Energie, Nerven und Blutbildung über Fisch, Eier und mageres Geflügel. Eisen für Blut und Wundheilung über Geflügel, Eier und gut verträgliches Gemüse wie Kürbis. Kalium für die Muskeln und den Flüssigkeitshaushalt über Bananen und Kartoffeln. Magnesium für Muskeln und Nerven über gut gekochte Haferflocken. Und Eiweiß für Gewebeaufbau und Heilung über Fisch, Geflügel und Eier.
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Ich habe nach Rücksprache mit meiner Ärztin zusätzlich ein sanftes Magnesiumpräparat genommen – es hat mir besonders beim Schlafen und bei der Muskelentspannung geholfen. Und ein gutes Probiotikum hat mir geholfen die Darmflora nach der Behandlung wieder aufzubauen. Bitte sprich das immer mit deiner Ärztin ab – ich teile hier nur meine persönliche Erfahrung.
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Diese Lebensmittel sind fast immer belastend für den Darm
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Für ein paar Wochen solltest du möglichst meiden: rohes Gemüse, rohes Obst mit Schale, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln und Knoblauch, fettiges Fleisch und Frittiertes, scharf Gewürztes, Kaffee und Alkohol sowie kohlensäurehaltige Getränke.
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Sie führen schnell zu Gasbildung, Blähungen oder krampfartigen Schmerzen.
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Ein sanftes Wochenmenü nach der OP
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Montag: Frühstück weich gekochter Haferbrei mit Banane, Mittag Kartoffelpüree mit gedünsteten Karotten, Abend Zucchinicremesuppe.
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Dienstag: Frühstück Apfelmus und Toast, Mittag Hähnchenbrust gedünstet mit Reis, Abend Kürbissuppe.
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Mittwoch: Frühstück weicher Grießbrei, Mittag gedämpfter weißer Fisch mit Kartoffeln, Abend Fenchel-Kartoffel-Püree.
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Donnerstag: Frühstück Banane mit mildem Rührei, Mittag Zucchini-Kartoffel-Auflauf ohne Käse sehr mild, Abend Reissuppe.
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Freitag: Frühstück Haferschleim, Mittag Putenstreifen mit Kürbispüree, Abend Karottencremesuppe.
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Samstag: Frühstück gekochter Grieß mit etwas Butter, Mittag gedünsteter Fisch mit Reis, Abend Zucchini-Kartoffel-Suppe.
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Sonntag: Frühstück weiche Haferflocken mit zerdrückter Banane, Mittag Putenbrust mit Karottenpüree, Abend leichte Gemüsesuppe püriert.
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Rezeptidee – Kürbis-Kartoffel-Cremesuppe mein Favorit
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Zutaten: 200 g Kürbis, 1 große Kartoffel, 1 TL Öl, Wasser oder milde Gemüsebrühe, Prise Salz.
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Zubereitung: Alles weich kochen, dann fein pürieren. Ein paar Tropfen Öl einrühren – fertig. Leicht, samtig und unglaublich wohltuend.
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Wenn du mehr über meine Erfahrungen mit Routinen und Alltag nach der Darmkrebs-Behandlung lesen möchtest, findest du das hier: [→ Interner Link: Alltag nach Darmkrebs – wie ich meine Routinen neu aufgebaut habe]
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Hast du nach einer OP oder Erkrankung ähnliche Erfahrungen mit der Ernährung gemacht? Was hat dir geholfen – und was nicht?
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Schreib mir gerne in die Kommentare. Ich lese jeden einzelnen und antworte auch.
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